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Dos & Don’ts – der Umgang mit trauernden Menschen

Wenn Menschen aus unserem Umfeld einen Verlust erlitten, möchten wir helfen, trösten, etwas «tun». Manchmal ohne zu wissen, was trauernde Menschen überhaupt brauchen.


Gerade beim Verlust eines Hundes erfahren Menschen von der heutigen Gesellschaft oft Unverständnis – sie fühlen sich nicht gesehen und trauen sich nicht, zu trauern. Ja, vielleicht kann nicht jeder diese Art von Trauer verstehen. Aber die Trauer um einen Hund ist echt. Menschen haben nicht nur einfach ihr Haustier verloren, sondern einen Lebensgefährten, ein Familienmitglied, vermutlich auch eine Tagesstruktur, einen Alltag – Spaziergänge fallen weg und damit auch Bewegung, frische Luft, womöglich sogar Soziale Kontakte.


Wenn ein Mensch in deinem Umfeld um seinen Hund trauert, nimm ihn ernst.



Was braucht ein Trauernder Mensch?

Wenn es um das Thema Tod und Trauer geht, sind wir Menschen oft überfordert. Dabei spielt es keine Rolle, um welche Art von Verlust es geht; sei es um einen Menschen, um ein Tier, vielleicht aber auch um eine Beziehung, einen Job, oder um den Verlust von Lebensvorstellungen und Wünschen, die unerfüllt bleiben. Viele Menschen wissen in dieser Situation nicht, wie sie reagieren sollen. Hinzu kommt, dass Trauer individuell ist, es gibt Trauernde, die möchten darüber reden, andere möchten nicht angesprochen werden. Verständlich, dass wir nicht immer wissen, was im jeweiligen Moment das Richtige für das Gegenüber ist. Dabei sollten wir uns nicht zu viele Gedanken machen, genau die richtigen Worte zu finden. Konzentriere dich auf Bedürfnisse, die die meisten Menschen so oder so haben.


Die Dos

  • Zuhören: Höre dem Trauernden zu. Lass ihn sprechen, wenn er/sie will, ohne zu unterbrechen. Sei ehrlich da.

  • Lass Gefühle einfach da sein: Trauernde möchten gesehen werden. Nimm seine Gefühle ernst, halte aus. Dabei musst du nicht mal antworten oder etwas sagen.

  • Konkrete Hilfe vorschlagen / anbieten: Wenn du kannst und das möchtest, darfst du gerne Hilfe anbieten. Besser als „Meld dich, wenn du etwas brauchst“ ist aber „Ich gehe morgen einkaufen – darf ich dir etwas mitbringen?“. Halte dann deine Versprechen ein.

 

Die Don’ts

  • Werte nicht: Auch wenn du diese Trauer nicht ganz verstehen kannst oder es selber anders machen würdest, im Trauerprozess gibt es kein richtig oder falsch.

  • Kein Wegtrösten / Vermeide Floskeln: Vermeide Floskeln wie «Die Zeit heilt alle Wunden» oder «Kopf hoch». Denn meistens geht es hier eher um ein «Wegtrösten». Dies hat oft das Ziel, das unangenehme Gefühl möglichst schnell zu beenden – und zwar für Tröster und Getrösteter. Echter Trost jedoch nimmt den Schmerz an, hält ihn gemeinsam aus und braucht kein „Aber“ – er lässt das Gefühl stehen und bietet genau dort Begleitung an.

  • Eigene Erfahrungen weglassen: Oft denken wir, wenn wir von unseren eigenen Erfahrungen erzählen, vermitteln wir Verständnis – «ich weiss genau, wie du dich fühlst». Tatsächlich jedoch verschieben wir damit die Aufmerksamkeit. Es geht in diesem Moment um die Trauernde Person und ihre ganz eigenen Erfahrungen.

  • Ungefragter Körperkontakt: Eine liebgemeinte Umarmung tröstet. Oft – aber nicht immer und nicht für jeden. Du darfst Nähe anbieten, aber nicht voraussetzen. Umarmungen brauchen Zustimmung.

  • Ungefragte Ratschläge / Trauer beschleunigen wollen: «Mach doch mal mit Freunden ab» ist gut gemeint, aber vielleicht nicht das, was der- oder diejenige momentan braucht. Überlasse solche Entscheidung den Trauernden, sie merken, was ihnen guttut und was nicht. Genau so wenig hilfreich sind Sätze wie «du musst jetzt loslassen» - solche Aussagen erzeugen Druck, dabei trauert jeder Mensch anders und in seinem eigenen Tempo.

 

 

Es braucht keine perfekten Worte. Nur ehrliches Dasein.


Menschliche Nähe zählt mehr als schlaue Ratschläge. 


Falls du trotzdem etwas Unterstützung benötigst, was du sagen kannst / sollst, darfst du dir gerne diese Beispiele durschauen.



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